Patienteninformation zu Heilmitteln

Bei der Verordnung von Heilmitteln (bei gesetzlich versicherte Patienten) bin ich an die Heilmittelrichtlinie gebunden. Diese regelt verbindlich, welche Maßnahmen in welcher Menge und bei welcher Erkrankung verordnet werden dürfen.

Eine Heilmitteltherapie verfolgt den Zweck, Ihnen als Patient Tipps und Übungen für den Alltag mitzugeben, damit Sie eigenverantwortlich diese Übungen zuhause durchführen können.

So unterstützen und sichern Sie den Erfolg der Therapie. Sprechen Sie daher Ihre Therapeuten auf Eigenübungen an und lassen Sie sich die Übungen genau erklären.

Die Therapie muss spätestens 14 Tage, nachdem die Verordnung augestellt wurde, beginnen. Jeder Versicherte muss ab dem 18. Lebensjahr eine Zuzahlung leisten: Pro Verordnung zahlen Sie 10 Euro plus 10 Prozent der Behandlungskosten. Bei einer Befreiung entfällt Ihr Eigenanteil.

Therapien, die nicht medizinisch notwendig sind, darf ich nicht verordnen. Andernfalls muss ich die finanzielle Verantwortung tragen und ggf. persönlich haften.

Verordnungen können nicht telefonisch bestellt werden. Ich muss den Krankheitsverlauf eng begleiten und kontrollieren.

Die gleichzeitige Verordnung identischer Heilmittel von mehreren Ärzten ist nicht zulässig.

Bestätigen Sie auf der Rückseite der Verordnung mit Ihrer Unterschrift jede einzelne Behandlung direkt im Anschluss.

Eine Behandlung außerhalb der Praxis der Therapeuten ist nur aus medizinischen Gründen zulässig. Organisatorische oder soziale Gründe sind keinen Anlass für einen Hausbesuch.

Was darf wie oft verordnet werden?

Physikalische Therapie: bis zu 6/10 Einheiten je Verordnung

Ergotherapie: bis zu 10 Einheiten je Verordnung

Ich darf hierbei die maximale Verordnungsmenge nicht ausschöpfen, wenn weniger Behandlungseinheiten medizinisch ausreichend sind.

Alternativen zu Heilmittelverordnungen

Rehasport/Funktionstraining kann ich bei Erkrankungen der Wirbelsäule, Hüft- und Kniebeschwerden, Osteoporose und Rheuma verordnen. Die Therapie umfasst in der Regel 1 bis 2 Übungseinheiten pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten. Die Verordnung muss vorab durch Ihre Krankenkasse genehmigt werden. Rehasport bzw. Funktionstraining wird in Physiotherapiepraxen, Rehabilitationszentren, Sportvereinen und Fitnessstudios angeboten.

 

Bei den privaten Krankenkassen trifft dies Alles nicht zu!